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Dezember 2016


 


Aus unserem Archiv



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Das Auge des Hurrikans
.

An Chile wurde in den
1970er Jahren das Para-
digma des Freien Welt-
marktes getestet. An-
fang der 80er Jahre
wurde dieses Paradigma
auf rund 90 Ökonomien
in sogenannten 'Ent-
wicklungsländern' über-
tragen. Diese "Struktur-
anpassungs-Programme"
führten jedoch oft zu
noch mehr Ungleichheit,
Armut und Umwelt-
schäden. (Walden
Bello, 01. 05. 2007)




Was heißt Globalisierung?
...
Das Zeitalter der Glob-
alisierung ist gekenn-
zeichnet von rasanten
Veränderungen. Das
lässt sich leicht an
Indikatoren wie Welt-
handel und Auslands-
investitonen, der Ent-
wicklung im Verkehrs-
und Kommunikations-
wesen oder der Anzahl
von internationalen
Konzernen ablesen.
Begleitet werden diese
Veränderungen von
einem tiefen Unbehagen
darüber, dass die Kluft
zwischen Arm und Reich
immer noch größer wird,
die Zerstörung der Bio-
sphäre fortschreitet
oder sich der Einfluss
der Mediengiganten
kontinuierlich ausweitet.
(Reinhold Wagnleitner,
01. 03. 2003)
.
 

..
.

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Neue Texte


  Klausenburger Festspiele

  Auf den Bühnen des führenden Theaterhauses Sieben-
  bürgens fand
vom 3. bis zum 9. Oktober die sechste
  Ausgabe der "
International Meetings in Cluj" statt. Das
  prächtige, 1906 von dem berühmten altösterreich-
  ischen Architektenduo Helmer & Fellner errichtete
  Gebäude, bot den würdigen Rahmen für
ein Zusammen-
  kommen von Künstlern aus aller Welt. Frische, mutige
  Produktionen und die Erschließung neuer Performance-
  Räume und Perspektiven für das Publikum standen im
  Fokus eines spannenden und abwechslungsreichen
  Festivalprogramms.
(Irina Wolf, 02. 11. 2016)



(c) kulturportal-west-ost.eu
  Donauschwäbisches Schicksal zwischen Ost und West

  Adalbert Karl Gauß, der Vater des Salzburger Schrift-
  stellers Karl-Markus Gauß, wurde 1912 im ungarischen

  Bácspalánka geboren und kam Ende 1945 nach Öster-
  reich. Als zugewanderter Salzburger setzte er sich
  intensiv mit seiner donauschwäbischen Herkunft ausei-
  nander, etwa mit den bis heute aktuellen Fragestel-
  lungen rund um
das "Schicksal der Restgruppen deut-
  schsprachigen
Insel-Volkstums in Südosteuropa nach
  den katastrophalen Erschütterungen zwischen 1933
  und 1945". Inwiefern konnte man anno 1959 vom
  Standpunkt Salzburg aus über Themen wie Identität
  und Heimat sprechen? Gauß geht diesen Fragen über
  die Seitenwege der Selbsterkundung nach.
(Vasile V.
  Poenaru
, 07. 10. 2016)



(c) Patrizia Lanna
  Zeitgenössisches Theater in Turin

  Ein intimes, vertrauliches Treffen zwischen einem
  Schauspieler und einem einzigen Zuschauer an einem
  Tisch in einem Caféhaus: Wer innovative Bühnenauf-
  tritte wie diese in einem Stück namens Hamlet Private
 
sehen wollte, und dazu noch mehr als zwanzig weitere
  Produktionen, durfte sich vom 2. bis zum 21. Juni zur
  XXI. Auflage des Turiner Theaterfestivals aufmachen.

  (Irina Wolf,
05. 09. 2016)



 
Rittertum und Germanensache
  Übernimmt der gnädige Rezensent die gängigen Flos-
  keln des Wissenschaftsbetriebs, schreibt er so, wie
  ihm befohlen, sind akademische Diplome, Stempel,
  Würdigungen und Gütesiegel ihm gewiss. Maßt der
  Kritiker sich aber an,
seinen Verstand zu gebrauchen
  und ehrlich zu kritisieren, muss er mit der unerbitt-
  lichen Vergeltung des Opfers seiner Kritik rechnen –
  und mit dem unerbittlichen Hass der gesamten
  Gefolgschaft des Großfürsten der Germanistik.
 
(Vasile V. Poenaru, 07. 08. 2016).



 
Albträume und Parallelwelten
  Einer der aktuell meistgelesenen ungarischen Schrift-
  steller ist
György Dragomán. Weltweit bekannt wurde
  er durch Der weiße König, ein Buch, das ab 2005 in
  mehr als dreißig Ländern erschienen ist. Auch in seinem
  neuesten Werk Der Scheiterhaufen widmet sich
der
 
1973 in Siebenbürgen geborene und 1988 nach Ungarn
  ausgewanderte Erfolgsautor wieder seinem Geburtsland
  und bricht gemeinsam mit seiner dreizehnjährigen Heldin
  Emma
in ein nach der Wende traumatisiertes, emotional
  verwüstetes Rumänien auf.
(Irina Wolf, 26. 07. 2016)



  Probierfeld für Jungtalente

  Mit dreißig Veranstaltungen an verschiedenen Spiel-
  orten, darunter einer Uraufführung, Gastspielen aus
  Ungarn und Italien, zwei Konzerten, Tanz- und
  Dokumentartheater in französischer, ungarischer und
  deutscher Sprache, setzte das Festival für Neues
  Theater in Arad ein kräftiges Lebenszeichen der
  jungen rumänischen Künstlergeneration.
(Irina Wolf,
 
20. 06. 2016)



Paul Celan 
Auf den Zeitbogen geritzt

  Wir peitschen auf das tote Pferd der Germanistik los,
  was das Zeug hält. Professoren und Studenten stehen
  in Reih und Glied vor der laufenden Kamera und sind
  sich dessen einig, dass Celan, unser Celan, unser
  Busenfreund, ein großer Schriftsteller war. Einer von
  uns. Einer, der uns aus der Seele gesprochen hat.
  Einer, der’s immer noch tut. Ich und du, Celans Kuh.
  Das Wandern ist des Müllers Lust ...
(Vasile V. Poenaru,
  01. 06. 2016)



 
Im Labor der Träume

  Das von Ramona Olasz ins Leben gerufene Zimmer-
  theater in Bukarest ist einzig in seiner Art. Das erste
  deutschsprachige Privattheater in der rumänischen
  Hauptstadt versteht es nun schon seit zwei Jahren,
  mit fein ausgewählten Produktionen und professioneller
  Schauspielkunst seine Besucher in den Bann zu ziehen.
  Eines sollte man als Zuseher aber keinesfalls tun: sich
  verspäten.
(Irina Wolf, 12. 05. 2016)



(c) "Nachtmahr" von Johann Heinrich Füssli, 1802 
Auszüge aus einem Traum-Journal
  Er hatte ein zusammengeflicktes Gesicht jetzt, trug
  Starbrille, war wüst von den Jahren gezeichnet, ranzi-
  gen Altlöwengeruch verbreitend parfümiert, hatte einen
  ganz altmodischen, schlotternden Dreireiher an. Mit der
  Linken auf einen Krückstock gestützt, umarmte er mich
  umständlich-theatralisch und wollte mich küssen: da
  erkannte ich, was ich ja immer schon ahnte ...

  (
Peter Hodina
, 14. 04. 2016)



  Wahnsinnig weiblich

 
Leidenschaftlich, einfühlsam und herausragend durch
  seine pantomimische Raffinesse, bringt die Wiener
  Regisseurin Leni Lust ein von ihr selbst geschriebenes
  Stück über drei der bedeutendsten Frauen des frühen
  20. Jahrhunderts auf die Bühne:
Clara Immerwahr-
  Haber, Virginia Woolf und Camille Claudel. Alle drei
  starben auf tragische Weise.
(Irina Wolf, 05. 03. 2016)
 


(c) www.spiegel.de (Coverfoto, Nr. 32, 2012)  Heine, Hesse und Goethe
  Lernt Sächsisches Hochdeutsch, lernt Toronto-Schwä-
  bisch, lernt die Sprache des Steppenwolfs, seine inne-
  ren Sprachbilder, hört euch ein neues Lied an, ein bes-
  seres Lied, erhascht den Klang einer fremden, lichten
  Welt, die uns allen doch so eigen ist. Freundet euch
  mit drei deutschen Autoren an, sie werden’s euch
  danken. All dies sagte ich meinen Studenten in Toronto.
  Und das muntere Trio der Titanen stand mir zur Seite,
  wohl wissend, dass Deutsch am Ontariosee keineswegs
  Schnee von gestern ist.
(Vasile V. Poenaru, 19. 02.
  2016)
.



 
Im Osten viel Neues

  Drei neue Bücher bieten fundierte Einblicke in die
  aktuellen Trends und Themen der rumänischen und
  osteuropäischen Tanz- und Theaterszene.

 
(Irina Wolf, 28. 01. 2016)

 

  Dr. Caligari oder: Wie ich lernte, das Bürgertum zu lieben
  Im jüngsten Band der Bukarester Germanistik-Professo-
  rin Ioana Crăciun wird anhand einer tiefgründigen Erfas-
  sung der Bedeutungsstruktur des Bürgerlichen ein man-
  nigfaltiges, aus der Analyse des Massenphänomens
  Stummfilm heraus umrissenes Bild der Weimarer Republik
  gezeichnet, in neuartiger Form, so wie es bisher noch
  nicht am Horizont der Filmwissenschaft sichtbar war.
 
(Vasile V. Poenaru, 22. 12. 2015)



  Schaufenster eines Vierteljahrhunderts

 
Schauspielerisch stark und geradezu schwindeler-
  regend vielfältig gestaltete sich die 25. Ausgabe des
  Rumänischen Nationaltheaterfestivals.
Mit mehr als
  vierzig Produktionen aus dem In- und Ausland sprengte
  die künstlerische Leiterin Marina Constantinescu alle
  Rekorde.
(Irina Wolf, 02. 12. 2015)



 
"Goethe, komm her!"
  Kulturobjekte lassen sich leicht aneignen. Kulturdinge.
  Kulturgegenstände. Etwa ein Goethe, wenn’s sich so
  fügt. Nur, welches mag wohl die passende Art und
  Weise sein, so einen Goethe anzugehen, einzupacken?
  Die Antwort: Es gibt nur eine Art, Texte zu lesen. Man
  muss einstürmen, sich Inhalte aneignen, Bedeutungen
  beimessen, kurz: sich nehmen, was immer auch zum
  Mitnehmen da ist. Und wenn’s Titanen-Texte sind: mit
  den Titanen ins Gespräch geraten. Man muss sie von
  ihrem Sockel runterholen. Man muss sie duzen, man
  muss sie umarmen. Johann und Wolfgang auf die
  Schulter klopfen: "You guys are alright."
(Vasile V.
  Poenaru
, 07. 11. 2015)



  Kinder- und Jugendtheater aus Rumänien

  Das "Luceafărul" Kinder- und Jugendtheater der ost-
  rumänischen Stadt
Iaşi ist aktuell das einzige von
  insgesamt fünf lokalen Theaterhäusern, das ein inter-
  nationales Festival organisiert. Die diesjährige achte
  Auflage, die vom 4. bis 9. Oktober stattfand, bewegte
  sich ganz im Zeichen der jungen rumänischen Künstler.

  (Irina Wolf,
02. 11. 2015)



 
Musiker, Kollektivdichter und Weltphilosoph
  Die Legende des Free Jazz, Extrem-Ästhet Ornette
  Coleman, lebt seit Juni 2015 nicht mehr. Aus diesem
  Anlass hier eine Erinnerung an eine seiner Shows der
  vergangenen Jahre beim Jazzfestival Saalfelden 2009.

  (Tina Karolina Stauner, 14. 10. 2015)



  Sommerlicher Theaterreigen in La Serenissima

  Vom 30. Juli bis 9. August fand die 43. Auflage der
  Theaterbiennale in Venedig statt.
Die Themenpalette
  reichte von der Unsicherheit am Arbeitsplatz und der
  Manipulation durch Medien über Studien der Nachkriegs-
  zeit in Deutschland oder dem Völkermord in Ruanda und
  dem in Japan grassierenden hikikomori-Phänomen.
Die
  Stärke der Festspiele lag jedoch nicht nur in den prä-
  sentierten Stücken. Auch die elf Meisterklassen, die
  jugendlichen Künstlern gewidmet waren, begeisterten
  Mitwirkende und Zuseher.
(Irina Wolf, 02. 09. 2015)



  Europäisches Denken und rumänisches Weiden

  Wenn der freie Wille eine Illusion ist, wie der Hirnfor-
  scher Wolf Singer meint, ist dann das, was ich zu
  denken meine, noch mein Gedanke? Und ist das, was
  ich zu wollen meine, meine Absicht? Oder steckt noch
  was dahinter? Auf die Suche nach einer Antwort bege-
  ben sich: ein österreichischer Philosoph, ein rumäni-
  scher Schäfer und ein kanadischer Cowboy.
 
(Vasile V. Poenaru, 15. 08. 2015)



  Eine Hommage an Liebe und Tod

 
Als europäische Kulturhauptstadt 2015 besticht das
  belgische Mons durch zahlreiche Veranstaltungen und
  Events. Zu den Bühnenhöhepunkten des Sommers zählt
  dabei das Stück Wassergeräusch des italienischen
  Regisseurs Marco Martinelli. Die bereits 2010 uraufge-
  führte und für Mons adaptierte Inszenierung dringt

  tief in die menschliche Seele und löst starke Gefühle
  aus. So gelingt ein überwältigender, beeindruckender
  Theaterabend, der noch Wochen später nicht loslässt.

 
(Irina Wolf,
06. 08. 2015)



  Frauenfiguren im Mittelpunkt

  Vom 1. bis 20. Juni stand die diesjährige Jubiläums-
  auflage des Turiner Theaterfestivals mehr denn je im
  Zeichen des Zeitgenössischen und überzeugte durch
  ein attraktives und abwechslungsreiches Programm.
 
(Irina Wolf, 01. 07. 2015)



  Kritik der reinen Schreibkraft

  Siebenundzwanzig Ausgaben ist das Grazer Feuilleton-
  magazin schreibkraft nun alt, von letzten Weisheiten
  will die "langsamste Redaktion der Welt" indes nichts
  wissen, bietet doch das aktuelle Heft ("zweifelhaft")
  den exakten Gegenentwurf für allzu schnelle Gewiss-
  heiten. Das Prinzip der Infragestellung reicht dabei laut
  Herausgeber Werner Schandor von "
zweifelnder Selbst-
  suche über unangebrachtes Misstrauen bis hin zu den
  philosophischen Kniffen des gehobenen Zweifelns".
 
(Vasile V. Poenaru, 30. 06. 2015)




  Zeichen der Erneuerung

  Gibt es ein Leben nach dem Tod? Wenn ja, wie könnte
  dieses aussehen? Mihai Măniuţiu, der sechzigjährige
  rumänische Regisseur, versucht in seiner neuesten
  Produktion Das Leben ist schöner nach dem Tod diese
  Fragen zu beantworten. In einer imaginären Welt voller
  Bierkisten und -flaschen erzählen zwölf Schauspieler in
  guter Stimmung und mit viel Gesang und Tanz teils
  schaurige Geschichten von ihrer Ankunft im Paradies.

  (Irina Wolf,
29. 06. 2015)



(c) Viktor Vassiliev
  Lasst uns also fröhlich sein!

  Der über die Grenzen seiner Heimat Russland hinaus
  bekannte Theaterregisseur Lev Dodin inszeniert im
  Stück "Gaudeamus" die Geschichte einer Gruppe Wehr-
  pflichtiger in der ehemaligen UdSSR. Über neunzehn
  packende Szenen bietet das Stück schwarzen Humor
  vom Feinsten und hat auch 25 Jahre nach seiner
  Premiere nichts an Energie und Aktualität verloren.

  (Irina Wolf,
28. 05. 2015)



 
Zeitgemäß kontrastive Betrachtungen
  Spionage und Gemütlichkeit. Schmäh- und Schleich-
  kultur. Agentenhochburg Wien. In zwei neu erschie-
  nenen Büchern geben der Wiener Journalist Emil Bobi
  und der ehemalige
Westeuropa-Spionagechef des
  rumänischen Geheimdienstes, Cornel Nemetzi, Einblick
  in eine Welt der Kontraste, in ein fernes, nahes Reich
  lichterloher Aufdeckungen und allerdunkelster  
  Schweigsamkeit.
(Vasile V. Poenaru, 02. 04. 2015)

 



  So feiert Valladolid seine Schutzpatronin
  Auch in Krisenzeiten scheinen sich Feste in Spanien
  großer Beliebtheit zu erfreuen. In der Woche rund
  um den 8. September hat auf den anfänglich ruhigen
  Straßen von Valladolid die Eröffnungsfeier zu Ehren der
  Heiligen San Lorenzo, Beschützerin und Patronin der
  Stadt, beachtliche Spuren hinterlassen.
(Irina Wolf,
  01. 04. 2015)
.



  Mangas und Michelin-Männchen

  Ende Januar herrscht fast schon frühlingshaftes
  Wetter auf den Straßen von Udine. Ähnlich geht es
  im Theatersaal zu, wie zumindest der Titel verspricht.
  Marzo heißt die Performance, die vom jungen italien- 
  ischen Künstlerkollektiv Dewey Dell gezeigt wird.

  (Irina Wolf,
01. 03. 2015)



(c) www.ottmarhoerl.de (Goethe-Skulptur von Ottmar Hörl am Campus Westend, Uni Fankfurt) 
Germanistik heute. Eine Skizze
  Fenster auf, frische Luft reingelassen, tüchtig ausge-
  mistet, tief eingeatmet: Freunde, dies ist eine wahre
  Geschichte. Keine erfundene. Keine erlogene. Keine ver-
  schönerte. The true story. Es ist aber kein akademi-
  scher Bericht, und schon gar nicht etwa ein Bericht an
  eine Akademie. Der Herr Räuber von und zu Hotzenplotz
  und der Herr Baron von und zu Münchhausen schreiben
  genug akademische Berichte. Wir hingegen wollen ein-
  fach mal erzählen, was los war, als der erste Laut auf
  den ersten Umlaut prallte und den Urkongress aller
  g'scheiten Leut'
herbei beschwor. Wenn Hermann Hesse
  da wäre, würde er sowas Traktat über den Steppen-
  germanisten
nennen.
(Vasile V. Poenaru, 01. 02. 2015)



 
Timeless
  Hans-Joachim Roedelius' Klaviermusik ist eine poetische,
  melodische Welt für sich. In sich ruhend, nach nichts
  fragend, nichts fordernd, weit ins Introspektive, Intro-
  vertierte gehend. Wie einfach da, um alle Oberfläch-
  lichkeit und alles nichtssagend Redselige verachtend
  links liegen zu lassen. Der Schönheit und Unverbraucht-
  heit der Natur nahe, den Innenstädten mit ihrem lärm-
  enden Großstadtgetriebe fern. Musik, die wegen ihres
  hohen Aussagegehalts zeitlos wird und weiter Bedeu-
  tung trägt.
(Tina Karolina Stauner, 25. 01. 2015)



 
Unzulängliches Ereignis
  Er kam, er sah und er diskutierte: Peter Stein, der
  Doyen unter den deutschen Theatermachern, besuchte
  im Vorjahr die kanadische Metropole Toronto, um sich
  dort der alten, neuen Frage vom Genuss und vom
  Gewinn der Schauspielerei zu widmen. Ort der Debatte?
  Das drittgrößte Zentrum für Live-Theater im englisch-
  en Sprachraum; gleich nach London und New York.
 
(Vasile V. Poenaru, 09. 01. 2015)
.



(c) wikipedia.org
 
Einer von uns
  Elftausend Bücher zu Hause haben, das ist nicht jeder-
  manns Sache. Aber dieser Mensch lebt erwiesener-
  maßen von Büchern, in Büchern, über Büchern, unter
  Büchern (allein die Fackel-Edition wiegt 35 Kilo, nicht
  einmal bei Familie Feuerstein waren die Schreibsteine
  schwerwiegender), ja seine Wohnung besteht fast
  ausschließlich aus Büchern. Und die Bücher leben in
  ihm. Und er lebt für uns: Der Salzburger Schriftsteller
  Karl-Markus Gauß feierte heuer seinen 60. Geburtstag.

  (Vasile V. Poenaru, 30. 11. 2014)



  Exilerfahrung und Identitätssuche
  Auf gewohnt tiefsinnige und provokante Weise begeis-
  terte das italienische Künstlerduo Stefano Ricci und
  Gianni Forte sein Zagreber Publikum. In einem Rahmen
  aus starken Bildern und überraschenden Einfällen
  wurden Themen wie die E
insamkeit des modernen
  Menschen, Sehnsucht nach Geborgenheit und Verlust
  der Liebe verhandelt. Eine spannende Reise über eine
  Hochschaubahn der Gefühle.
(Irina Wolf, 04. 11. 2014)



  Der Mann im Griensteidl
  Ein Denkmal zu Ehren des fleißigsten Österreichers in
  Rumänien errichten? Dazu reicht der Marmor nicht.
  Doch mal kurz das Profil eines Wiener Kulturmen-
  schen (und Deutschlehrers) ausschneiden, der sich
  auch in Bukarest die Füße zertreten hat und an
  dessen Gemüt immer noch ein Haufen rumänisches
  Deutschtum klebt? Das kriegen wir mit einem tüchtigen
  Stück Zeitungspapier hin. Und mit Germanistik ...

  (
Vasile V. Poenaru, 31. 10. 2014)



(c) Reinhard Winkler, http://www.reinhardwinkler.at  "Mehr Prygel als Flygel" oder: Der gedrehte Troubadix
  Es war mir ärgerlich, dass meine Mutter mich bis in
  die Knabenjahre manchmal "Püppchen" nannte. Zuerst
  stecken die nämlich dich in einen Schwuchtel-Brut-
  kasten, erlauben dir aber später nicht, schwul zu sein.
  Das ist deren Perfidie. Freud sagte einmal, wir statten
  unsere Kinder für die Tropen aus und schicken sie dann
  zum Nordpol ...
(Peter Hodina, 25. 09. 2014)



  Rumäniendeutsche Literatur inside and out
  Die Germanisten Ioana Crăciun, George Guţu, Sissel
  Lægreid und Peter Motzan machen’s einem nicht leicht:
  Der von ihnen 2012 im Münchener IKGS Verlag heraus-
  gegebene wissenschaftliche Sammelband setzt interkul-
  turelle Akzente und beleuchtet den "Gegenstand" Ru-
  mäniendeutsche Literatur
aus vielen Richtungen her-
  aus. Durch das Zusammenspiel deutscher, norwegi-
  scher und rumänischer Ansätze, Arbeitsweisen, Gedan-
  kenwelten und Mentalitäten wird dabei ein facetten-
  reicher, wiewohl bisweilen etwas umständlich und zum
  Teil schon eher narrativ-inventarisierend geratener
  Dialog gewährleistet.
(Vasile V. Poenaru, 24. 09. 2014)



  Spuren der Polymetrik
  Bereits zum 320. Mal fand Anfang Juli in der Münchner
  Echtzeithalle eines der 1999 gestarteten "Montags-
  gespräche" statt. Unter dem Titel Spuren der Poly-
  metrik
wurden vier Klangbilder vorgestellt. Viel gear-
  beitet wurde dabei mit dem Computer, der als echtes
  "Musik-Instrument" zum Einsatz kam. Es spielte das seit
  drei Jahren bestehende Autoren-Ensemble, bestehend
  aus Dieter Trüstedt, Elmar Guantes, Wilfried Krüger und
  Hans Wolf.
(Tina Karolina Stauner, 23. 09. 2014)



  Heinrich Steinfest: Der Allesforscher
  In seinem jüngsten Roman erweist sich Heinrich Stein-
  fest neuerlich als Meister der überraschenden Plot-
  und Figurenentwicklung. Rund um seinen jungen Helden
  Sixten Braun erschafft der Autor einen Schwarm an
  faszinierenden Gestalten. Atmosphärisch zu spüren ist
  dabei eine nicht religiöse, eher schon pantheistisch an-
  mutende Humanität, die sich vorrangig aus der Wert-
  schätzung der Einmaligkeit der Menschenwesen und
  ihrer vielgestaltigen Bindungen ergibt. Das färbt ab,
  öffnet Herz und Hirn des Lesers für die verborgene
  Poesie der Welt.
(Kristina Werndl, 26. 08. 2014)



  Geschichte erlebbar machen
 
Das Turiner Theaterfestival brachte heuer fast dreißig
  Produktionen auf die Bühne. Gemäß dem Motto der
  Veranstaltung "le vite di tutti" (Das Leben aller) luden
  die
Organisatoren ihre Künstler dazu ein, sich mit den
  Auswirkungen der jüngsten politischen Krisen auf die
  italienische Gesellschaft zu beschäftigen.
 
(Irina Wolf, 04. 08. 2014)



  Und es gibt sie doch: Nashörner in Rumänien!
  Es war die absolute Krönung der diesjährigen
  Theatersaison. Zum ersten Mal inszenierte Robert
  Wilson, einer der bedeutendsten zeitgenössischen
  Bühnenregisseure, ein Stück von Eugène Ionesco,
  und das sogar im Geburtsland des französisch-
  rumänischen Autors.
(Irina Wolf, 28. 07. 2014)

 

  Rumänische Dramatik als anregendes Puzzle
  Nach einem Jahr Pause lockte das Nationaltheater
  "Mihai Eminescu" aus Temeswar wieder Tausende von
  Theaterbegeisterten nach Westrumänien.
Fünf Tage
  lang drehte sich im Mai alles um das bekannte Festival
  der rumänischen Dramatik. Diesem folgte das Euro-
  päische Festival der darstellenden Künste. Dabei wurde
  Vielfalt groß geschrieben: Sprechtheater, Performance,
  Stand-Up-Comedy, Tanz- und Straßentheater erwar-
  teten die Zuschauer an fünf verschiedenen Spielorten.

  (Irina Wolf,
09. 07. 2014)




(c) Wikipedia  Versteckerlspiel in Toronto
  Ist Rob Ford, der berüchtigte Bürgermeister von
  Toronto, "ein Dämon, der uns're Sinne trübt" (Erste
  Allgemeine Verunsicherung) oder einfach ein gewiefter
  player im political game, nur auf Crack? Fest steht:
  Torontos Stadtoberhaupt sieht trotz seiner kompro-
  mittierenden Beziehungen zur Drogen- und Ganoven-
  welt keinen Grund, aus dem Sattel zu steigen.
 
(
Vasile V. Poenaru, 01. 07. 2014)



  Songwriting aus innerer Tiefe
  Wo grobkörnige Unmittelbarkeit traditioneller Folkmusik
  auf allerfeinsten Pop trifft, introspektiv versponnen
  oder auch verhalten swingend, fragil und spröde, ju-
  gendlich und traditionsverbunden zugleich. All das 
  bieten CD-Veröffentlichungen von drei Frauen der
  eigenwilligsten Art: Tish Hinojosa, Luai und Nataly
  Dawn. (Tina Karolina Stauner, 30. 06. 2014)



  Auf Abenteuertour im Reich der Mitte
  Achtzehn Urlaubstage und tausende Kilometer liegen
  zwischen Peking,
Qingdao und Datong. Wer so weit mit
  dem Zug gereist ist, den lässt China nicht mehr los. Ein
  faszinierender Reisebericht über ein dampfendes, wus-
  elndes, von Gruppendynamik und hemmungsloser Bewe-
  gungsfreude getriebenes Land zwischen duftendem
  Jasmintee, protzigen Autos, Skorpionen am Spieß und
 
Armeen von Kellnern. (Irina Wolf, 01. 06. 2014)



  Deutscher Mann in Switzerland
  Die Mehrheit der Schweizer stimmte im Februar 2014
  für die SVP-Initiative gegen Masseneinwanderung. Weil
  aber jede Münze auch eine Kehrseite hat, sei hier mal
  kurz auf die andere Seite der brenzligen Kantönli-Frage
  der Freizügigkeitsplage hingewiesen. Dies ist die wahre
  Geschichte eines deutschen Mannes in Switzerland, die
  Geschichte von Dr. Tobias Schwab, einem gutmütigen
  Gastforscher mit begrenzter Haftung und unbegrenzter
  Alpensucht.
(Vasile V. Poenaru, 10. 05. 2014)



  Ein Viertelzentner schreibkraft
  Bereits seit fünfzehn Jahren wird der Puls des öster-
  reichischen Feuilletons auch an einem Grazer Magazin
  gemessen, das inzwischen weit über die Stadtgrenzen
  hinaus bekannt ist. Denn wer
Forum Stadtpark sagt,
  muss nicht nur "manuskripte", sondern auch "schreib-
  kraft" sagen, nun bereits zum sechsundzwanzigsten
  Mal. Zu den Beiträgern zählen bemerkenswerte Per-
  sönlichkeiten, darunter Elfriede Jelinek, Friederike
  Mayröcker, Franz Schuh, Michael Helming und
  Werner Schwab.
(Vasile V. Poenaru, 11. 04. 2014)



  Minimalismus und überbordende Grooves
  Mit Isabel Sörling Farvel, Shoot The Moon und Hanna
  Paulsberg Concept haben zuletzt drei neue Jazz-
  Formationen die Bühne erobert. Allen gemeinsam ist,  
  dass sie von Frauen bestimmt werden.
(Tina Karolina
  Stauner
, 05. 04. 2014)

 


  Chaos als Unterhaltung
 
Im italienischen Udine fand im Teatro San Giorgio die
  Uraufführung des neuesten Stücks von Rafael Spregel-
  burd statt. Mit seinem Stück "Vogelwut" lädt der argen-
  tinische Regisseur zu einer ausgelassenen Reflexion
  über aktuelle Krisen und mediale Übertreibungen.

  (Irina Wolf,
01. 04. 2014)



  Abenteuer Selbstentdeckung
  Das nach Shakespeares Der Sturm erarbeitete Stück
  "Ausnahmezustand Mensch Sein" feiert im kommenden
  April auf der Hauptbühne des Wiener Volkstheaters
  seine Premiere:
"In dieser Theaterarbeit gibt es keinen
  Hauptdarsteller", so Regisseur Daniel Wahl, "dadurch
  wird eine besondere Gruppendynamik erzeugt. Alle sind
  ein Teil von Prospero. Alle werden zu einem. Und der
  Eine zerlegt sich in viele Einzelteile, um zu überleben."

  (Irina Wolf,
04. 03. 2014)



  Archiv 2015






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Schwerpunkt
Science Fiction

...

...
Ist die Science Fiction
in der Krise? Ja, meinen
ihre Kritiker! Denn viele
der Probleme, mit denen
sich die SF beschäftigt
- Entwürfe von Über-
menschen, das Schicksal
ganzer Zivilisationen, der
Kontakt mit außerirdi-
schen denkenden Wesen
- müssten auf ganz außer-
gewöhnliche Weise darge-
stellt werden. Der "außer-
menschliche", "über-
irdische" Blick auf die
Menschheit wäre gefragt.
Doch daran scheitern
die meisten SF-Autoren.
Stattdessen überfluten
"sharecropping"-Produkte
den Markt, Masse kommt
vor Qualität ...
 

 


Schwerpunkt
Rumänisches Theater


...
Wollte man in den
1980er Jahren in Rumä-
nien ins Theater gehen,
musste man
damit rech-
nen,
keine Eintrittskarte
mehr zu bekommen. Trotz
winterlicher Temperatur-
verhältnisse im Zuschau-
erraum waren sämtliche
Aufführungen ausverkauft.
Nach dem Umsturz von
1989 war das Theater
wie gelähmt. Fast zwan-
zig Jahre danach ist auf
den rumänischen Bühnen
wieder Leben eingekehrt:
innovativ und provokativ
versucht eine junge Garde
von Theatermachern,
 wieder Menschen in die
Bühnenhäuser zu locken.
(
Noul proiect al revistei
Aurora
incearca sa schi-
teze o imagine a teatrului
romanesc contemporan.)
 

 


Buchtipps


Irina Wolf (Hg.)
Machtspiele.
Neue Theaterstücke
aus Rumänien
.
Theater der Zeit,
2015. 350 S.


Teresa Präauer.
Johnny und Jean.
Wallstein, 2014.
208 S.

 

Uwe Tellkamp.
Turnul.
(Übersetzung:
Vasile V. Poenaru).
Curtea Veche,
2013. 838 S.


       

 

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